Druck / Papp

 

 

 

Eigentlich ist der Begriff Blaudruck irreführend, denn  es wird nicht Blau gedruckt, es wird Blau gefärbt!

 

Auf einen weißen Baumwollstoff wird ein so genannter Papp aufgetragen. Dieser Papp ist eine Zusammensetzung verschiedener Bestandteile, ein Rezept das seit über 400 Jahren unter strenger Geheimhaltung von Generation zu Generation weitervererbt wird. Er wird in einem mit Stoff ausgelegten verschließbaren Behälter aufbewahrt. Man kann es sich vorstellen wie ein großes Stempelkissen. 

 

Der aufgetragene Papp soll verhindern, dass der Stoff an den bedruckten Stellen im Färbebad blau wird. Bevor gedruckt werden kann, wird die Größe der (z.B.) Decke auf einen weißen Baumwollstoff mit Bleistift vorgezeichnet. Genau an den Linien wird die Model aufgesetzt und der Papp auf den Stoff gedruckt. Es erscheint ein zartes Muster auf weißem Tuch. Die Kunst besteht auch darin, die Model so aneinanderzusetzen das kein Übergang zu sehen ist. Ist die Model einmal aufgesetzt hilft kein korrigieren mehr. Anschließend wird der gedruckte Stoff einige Wochen getrocknet bevor das Färben beginnt.

 

 

Färben

 

 

 

Unser Färbebad wird sowohl mit Indigo als auch mit Waid angesetzt.

 

Die Lauge befindet sich in einem zwei Meter tiefen in den Boden versenkten Behälter, in Fachkreisen Küpe genannt. Über diesen ist ein Metallgerüst mit Haken, an denen der Stoff in engen, langen Bahnen aufgehängt wird. Diese dürfen sich nicht berühren!!!

 

Dann beginnt das Tauchen. Der Stoff wird langsam mit dem Gerüst in die Küpe gesenkt bis er vollständig bedeckt ist. Nach etwa zehn Minuten wird der Stoff wieder heraufgezogen und bleibt weitere zehn Minuten über der Küpe hängen. Sobald der Stoff mit Sauerstoff in Kontakt kommt beginnt das eigentliche Färben. Dieser Vorgang wird so viele Male wiederholt bis der gewünschte Blauton  erreicht wird. Von Tauchgang zu Tauchgang wird der Blauton kräftiger.

 

Berichten zufolge wurden im Mittelalter die Stoffe mit Stöcken geschlagen um den Sauerstoff effektiver (schneller) ins Gewebe zu bringen. Daher auch unser altbekanntes Sprichwort: „Grün und Blau schlagen“.

 

In einem anschließenden schwefelsaurem Bad wird der Papp vom Stoff gelöst. An seiner Stelle erkennt man dann die weiße Stoffausgangsfarbe.

 

Es folgen die Gänge in die Waschmaschine, auf die Wäscheleine und zur Nähmaschine, bis zuletzt eine wunderschöne Blaudruckdecke auf ihrem Tisch viele Jahre Freude bereitet.